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Gelesen · Führungskräfte

Europas Führungskräfte sehen KI zuerst als Führungsfrage

Worum es geht

CEC European Managers ist der europäische Dachverband von Führungskräften und Sozialpartner auf EU-Ebene. Das Positionspapier geht davon aus, dass KI Arbeit seltener ersetzt, als sie Aufgaben neu ordnet. Damit verschiebt sich die Rolle von Führung: hin zu Kontextverständnis, ethischen Fragen, Systemdenken und der Stärkung von Teams. Fehlende Führungskompetenz sieht der Verband als Hindernis, KI sinnvoll und passend für die eigene Organisation einzusetzen.

Kritisch sieht das Papier Werkzeuge, die das Verhalten von Mitarbeitenden auswerten, etwa auf Anzeichen von Burnout oder Kündigungsabsicht; solche Überwachung soll nur nach Vereinbarung mit der Belegschaftsvertretung erlaubt sein. Ergänzend zum EU AI Act fordert der Verband ein Recht auf eine verantwortliche menschliche Führungskraft für jedes KI-System, mehr Sozialpartnerschaft rund um KI sowie Instrumente wie ein Ethikgremium und ein Register der im Unternehmen eingesetzten KI-Werkzeuge.

Einordnung

Bemerkenswert ist der Blickwinkel: Nicht die Technik und nicht die Regulierung stehen im Vordergrund, sondern die Frage, wie Führung mit KI umgeht. Wenn KI vor allem Aufgaben neu verteilt, wird die Gestaltung dieser Verteilung zur Führungsaufgabe.

Gut übertragbar auf jede Organisation ist die Forderung nach klarer Verantwortung: Für jedes eingesetzte KI-System soll erkennbar sein, wer dafür einsteht. Auch ein einfaches Verzeichnis der genutzten KI-Werkzeuge ist ein praktischer erster Schritt, unabhängig von Größe und Branche.

Das Papier bleibt allerdings auf der politischen Ebene und richtet sich vor allem an die EU. Konkrete Anleitungen für den Alltag einzelner Teams enthält es kaum.

Zur Einordnung der Quelle: CEC European Managers vertritt als Verband die Interessen von Führungskräften gegenüber der Europäischen Union.

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