Zum Inhalt
yandree
Gelesen · Unternehmen

Was KI-Chatbots an Tracker weitergeben

Worum es geht

Forschende von IMDEA Networks in Madrid haben die Web- und Android-Versionen von neun bekannten KI-Chatdiensten technisch untersucht, darunter ChatGPT, Gemini, Claude, Copilot, Grok und Perplexity. Sie fanden 44 Drittanbieter-Organisationen; jeder untersuchte Dienst bindet mindestens einen Werbe- oder Tracking-Dienst ein.

Bei sechs von neun Diensten im Web und drei von acht Android-Apps erhalten Dritte Inhalte aus Gesprächen – etwa Titel, Prompts oder Links zu einzelnen Unterhaltungen –, oft zusammen mit Kennungen, die eine Zuordnung zu Personen erlauben. Manche Anbieter stellen Gesprächslinks ohne Zugriffsschutz bereit, sodass Tracker ganze Unterhaltungen lesen können. Die Forschenden ordnen das nach DSGVO und ePrivacy-Richtlinie ein und haben Anbieter sowie europäische Datenschutzbehörden vorab informiert.

Einordnung

Die Studie macht greifbar, was in vielen Organisationen nur als Bauchgefühl mitschwingt: Was in ein Chatfenster getippt wird, bleibt nicht unbedingt beim Anbieter. Betroffen sind nicht nur Prompts, sondern auch automatisch erzeugte Titel und geteilte Links – Dinge, an die beim Nutzen kaum jemand denkt.

Für Organisationen folgt daraus eine einfache Prüffrage: Welche Dienste nutzen Mitarbeitende tatsächlich, in welcher Version und mit welchen Einstellungen? Wo vertrauliche Inhalte im Spiel sind, reichen gute Absichten nicht; es braucht klare Regeln und geeignete Werkzeuge.

Zu beachten: Es handelt sich um eine Momentaufnahme schnell veränderlicher Dienste; einzelne Anbieter haben ihr Verhalten nach der Veröffentlichung bereits angepasst.

← Zurück

Weitere Beiträge