Was KI in Organisationen sichtbar macht
Worum es geht
Für die Studie hat osb international Führungskräfte aus zwölf Unternehmen in Deutschland und Österreich befragt – vom KMU bis zum internationalen Konzern, aus Branchen wie Luftfahrt, Banken, Handel, Medien, Logistik und Gesundheitswesen. Alle hatten KI-Einführungen in leitender Funktion begleitet.
Die Ergebnisse gliedern sich in drei Felder. Change: KI-Einführungen beginnen oft unter hohem Erwartungsdruck, verlaufen dann aber nicht geradlinig, sondern als Lernprozess, getragen von frühen Prototypen, sichtbaren Erfolgen und der Beteiligung der Mitarbeitenden. Organisation: KI verändert weniger das Organigramm als die Zusammenarbeit zwischen Rollen und Bereichen; wo Zuständigkeiten ungeklärt sind, entstehen Reibungen. Führung: Verantwortung wird nicht an die KI abgegeben, sondern neu geordnet; Beziehung, Vertrauen und Orientierung bleiben Aufgabe der Führungskräfte.
Einordnung
Die Studie ist klein und erhebt keinen Anspruch, repräsentativ zu sein. Ihr Wert liegt in den Einblicken aus der Praxis: Die schwierigen Fragen bei der Einführung von KI sind selten technischer Natur. Wer entscheidet? Wer ist verantwortlich, wenn die KI etwas vorschlägt? Wie lernt eine Organisation aus ersten Versuchen?
Auffällig ist, wie oft ungeklärte Zuständigkeiten als Stolperstein genannt werden. Solche Fragen lassen sich vor der Einführung klären – nachträglich wird es meist mühsamer.
Bemerkenswert ist auch die Methode: Die Autorinnen und Autoren haben die Interviews selbst mit KI ausgewertet, das offen beschrieben und betont, dass Denken und Interpretieren bei ihnen blieben.